Kreditkarten (credit card) gehören in vielen Ländern zum Alltag – in Deutschland ist der Umgang damit allerdings etwas anders. In diesem Artikel erfährst du alles über Kreditkarten in Deutschland: welche Arten es gibt, wie du eine bekommst, worauf du achten solltest und welche Anbieter besonders beliebt sind.
Wie verbreitet sind Kreditkarten in Deutschland?
Im Vergleich zu Ländern wie den USA oder Großbritannien sind Kreditkarten in Deutschland weniger verbreitet. Viele Deutsche bevorzugen EC-Karten (Girocards) oder Bargeld – vor allem im Alltag. Dennoch steigt die Nutzung von Kreditkarten stetig an, insbesondere durch den zunehmenden Online-Handel und das Reisen.
Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2023 besitzen rund 40 % der Erwachsenen in Deutschland eine Kreditkarte. In Großstädten, bei Vielreisenden oder bei Online-Shoppern ist der Anteil deutlich höher.
Welche Arten von Kreditkarten gibt es?
In Deutschland unterscheidet man grundsätzlich zwischen vier Arten von Kreditkarten:
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Charge Card: Dies ist die häufigste Form. Alle Umsätze werden gesammelt und am Monatsende in einer Summe vom Konto abgebucht. Keine Ratenzahlung möglich.
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Revolving Card: Hier kannst du die Rückzahlung flexibel in Raten aufteilen – allerdings oft mit hohen Zinsen.
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Prepaid Kreditkarte: Diese Karte muss vor der Nutzung mit Guthaben aufgeladen werden. Ideal für Jugendliche oder Personen ohne gute Bonität.
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Debitkarte mit Kreditkartenfunktion: Zahlungen werden direkt vom Konto abgebucht, die Karte ist aber international als Kreditkarte nutzbar (z. B. Visa Debit).
Jede dieser Karten hat ihre eigenen Vorteile – und nicht jede passt zu jedem Nutzer.
Wer kann in Deutschland eine Kreditkarte bekommen?
Grundsätzlich kann jede volljährige Person mit Wohnsitz in Deutschland eine Kreditkarte beantragen. Wichtig sind:
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Regelmäßiges Einkommen: Viele Banken prüfen die Bonität (z. B. mit einer Schufa-Auskunft).
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Deutsches Girokonto: Für die Abrechnung der Umsätze.
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Gültiger Ausweis und oft ein Wohnsitznachweis (z. B. Meldebescheinigung).
Für Studierende, Schüler oder Personen mit geringem Einkommen gibt es spezielle Kartenmodelle, z. B. Prepaid-Karten.
Wo kann man eine Kreditkarte beantragen?
Du hast in Deutschland verschiedene Möglichkeiten, eine Kreditkarte zu beantragen:
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Bei deiner Hausbank (z. B. Sparkasse, Volksbank)
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Online-Banken wie N26, DKB, oder ING
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Direkt bei Kreditkartenunternehmen (z. B. American Express)
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Im Einzelhandel oder bei Versandhäusern (z. B. Amazon Kreditkarte)
Viele Anbieter ermöglichen den Antrag vollständig online – inklusive Video-Ident-Verfahren zur Identitätsprüfung.
Welche Kreditkartenanbieter gibt es?
In Deutschland dominieren vier große Anbieter den Markt:
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Visa: Sehr weit verbreitet, akzeptiert in fast allen Ländern und bei vielen Händlern.
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Mastercard: Ähnlich weit verbreitet wie Visa, oft keine großen Unterschiede.
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American Express (Amex): Häufig mit besonderen Vorteilen, z. B. Bonusprogramme, dafür nicht überall akzeptiert.
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Diners Club: Nischenanbieter mit Fokus auf Geschäftsreisen.
Je nach Anbieter können Leistungen, Gebühren und Vorteile stark variieren.
Welche Kreditkarte ist die beste?
Das hängt ganz von deinen Bedürfnissen ab. Hier ein kleiner Vergleich:
| Anbieter | Jahresgebühr | Besonderheiten |
|---|---|---|
| DKB Visa | 0 € | Kostenlos weltweit Geld abheben |
| N26 Mastercard | 0 – 16,90 €/Monat | Digitale Verwaltung per App |
| Amex Gold | 144 €/Jahr | Bonuspunkte, Versicherungen |
| Barclays Visa | 0 € | Ratenzahlung möglich |
| Hanseatic Bank | 0 € | Flexible Rückzahlung, Cashback |
Tipp: Achte nicht nur auf die Gebühren, sondern auch auf Zinsen bei Teilzahlung, Fremdwährungsgebühren und Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Bonusprogramme.
Kreditkarte auf Reisen – was muss man beachten?
Wenn du viel reist – ob beruflich oder privat – ist eine Kreditkarte oft unverzichtbar. In vielen Ländern kannst du ohne Kreditkarte kein Hotel buchen oder Mietwagen reservieren. Außerdem bietet eine Kreditkarte auf Reisen:
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Schnelle und sichere Bezahlung weltweit
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Währungsumrechnung in Echtzeit
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Reiseversicherungen bei Premiumkarten
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Kontaktlose Bezahlung oder Apple/Google Pay
Wichtig: Manche Banken erheben Fremdwährungsgebühren (meist 1–2 %). Es lohnt sich also, eine Karte ohne solche Gebühren zu wählen, wenn du oft außerhalb des Euro-Raums unterwegs bist.
Kreditkarten und Schufa – was du wissen solltest
In Deutschland spielt die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) eine wichtige Rolle. Viele Kreditkartenanbieter prüfen bei der Antragstellung deinen Schufa-Score. Eine schlechte Bonität kann dazu führen, dass du keine Kreditkarte bekommst – oder nur eine Prepaid-Karte.
Gleichzeitig kann eine verantwortungsvoll genutzte Kreditkarte auch positiv auf deinen Score wirken, z. B. wenn du deine Rechnungen immer pünktlich zahlst.
Tipp: Wenn du keine Schufa-Abfrage willst, such nach “Kreditkarte ohne Schufa” – das sind meist Prepaid-Karten.
Sicherheit bei Kreditkarten
Moderne Kreditkarten in Deutschland sind mit vielen Sicherheitsfeatures ausgestattet:
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3D-Secure (z. B. Visa Secure, Mastercard Identity Check) für Online-Zahlungen
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Zwei-Faktor-Authentifizierung
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Kontaktloses Bezahlen mit Limit
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Sperrnummern rund um die Uhr erreichbar
Im Falle von Diebstahl oder Missbrauch bist du in der Regel abgesichert, solange du nicht grob fahrlässig gehandelt hast.
Wichtig: Überprüfe regelmäßig deine Abrechnungen und melde verdächtige Umsätze sofort!
Fazit: Braucht man in Deutschland wirklich eine Kreditkarte?
Es kommt ganz auf deinen Lebensstil an. Wenn du oft online einkaufst, reist oder einfach Flexibilität beim Bezahlen möchtest, ist eine Kreditkarte auf jeden Fall sinnvoll. Auch viele Versicherungsleistungen, Rabatte und Bonusprogramme sprechen dafür.
Für den Alltag reicht vielen Deutschen eine Girokarte – aber für bestimmte Situationen ist eine Kreditkarte unverzichtbar.

